SIP, bzw. Session Initiation Protocol, wurde in erster Linie entwickelt, um interaktive Kommunikationssitzungen aufzubauen, zu modifizieren und abzubrechen. SIP ist sehr flexibel – es kann jede Art von Kommunikationssitzungen unterstützen, egal ob Sprache, Video oder Instant Messaging.

SIP scheint zwar „neu“ zu sein, basiert aber auf vielen Protokollen, die bereits im Internet und in vielen Unternehmensanwendungen gebräuchlich sind. Wenn Sie einen Web Browser verwenden, verlassen Sie sich auf ein dem SIP sehr ähnliches Protokoll mit dem Namen HTTP (Hyper-Text Transport Protocol). SIP wurde auf der Grundlage von HTTP modelliert und verwendet größtenteils die gleiche Syntax und Semantik. In beiden Fällen handelt es sich um textcodierte Protokolle, die Interoperabilität und Integration innerhalb einer Internet-zentrierten Architektur unterstützen. Im Grunde ist SIP für die konvergente Kommunikation das, was HTTP für den Informationsaustausch im World Wide Web (WWW) ist – es macht die Kommunikations-Infrastruktur für den Endanwender transparent und ermöglicht den einfachen Zugang zu zahlreichen Formen der Kommunikation.

SIP verwendet URIs (Uniform Resource Indicators) für die Anwender-Adressierung in der gleichen Grundform wie eine E-Mail-Adresse: user@domain . Die SIP-Adresse eines Anwenders kann wiederum einem oder mehreren Kontakten zugeordnet werden, von denen jeder ein Kommunikationsgerät oder einen Kommunikationsdienst darstellt, unter dem der Anwender erreichbar ist. Bei der SIP-Kommunikation kann dies auf jedes Kommunikationsgerät zutreffen, hier ein paar Beispiele:

* Ein Telefon: sip:408-555-1212@company.com;user=phone
* Ein Faxgerät: sip:408-555-1214@company.com;user=fax
* Ein IM-Anwender: sip:johndoe@company.com


Diese Kontaktadressen können numerisch oder Internet-basiert sein und bilden somit einen nahtlosen Übergang zwischen Telefonnetz und Internet. Bei SIP können Anwender im Prinzip jede Telefonnummer oder Internet-Adresse von ihren vorhandenen Geräten aus erreichen (Multi-modale Kommunikation). Sie benötigen nicht noch ein zusätzliches neues Gerät, damit es funktioniert.

Über SIMPLE (SIP based Instant Messaging Presence Leveraging and Extensions) liefert SIP wichtige Funktionen für Presence und Instant Messaging. Presence ermöglicht den Anwendern die visuelle Anzeige ihres Status, ihrer Verfügbarkeit und der Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu ihnen auf Geräten anderer Teilnehmer – noch bevor eine Kommunikationssitzung beginnt. Bei einer Integration im Rahmen eines Telefonnetzes steht dem Anwender nun ein leistungsstarkes, effizienzsteigerndes Leistungsmerkmal zur Verfügung, das ihm die Kontrolle über seine Erreichbarkeit ermöglicht, indem die Funktionalität verschiedener Geräte genutzt wird, u. a. IP-Telefone, Mobiltelefone, Softphones, Pagers und Schnurlostelefone oder Bluetooth-Geräte.

Presence ist nicht nur auf einen Anwender beschränkt, sondern kann sich auch auf eine Gruppe von Anwendern (z.B. „Finanzabteilung“) oder ein Gerät beziehen (z.B. „Telefonstatus=Gespräch). Presence-Informationen können auch über jede beliebige Kommunikationsform weitergegeben werden. Sie können sowohl von Anwendern als auch von Applikationen abgerufen werden. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, konvergente Kommunikationsanwendungen der nächsten Generation zu schaffen, die neue Funktionalitäten wie z.B. „Polite Calling“ ermöglichen, sowie intelligente Work Agent-Anwendungen, die Anwender- und Kommunikationsaufgaben auf der Grundlage individuell anpassbarer Regeln automatisieren.

 

© A-Enterprise GmbH 2006. All rights Reserved 8 Januar, 2006 12:19 PM